>>Geschichte

Kirche erwuchs aus dem Gotteshaus der Ahnen

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war die bestehende Kirche (erste urkundliche Erwähnung 1408) in Forchheim, das seit 1726 als Filiale zu Mörsch gehörte, bereits zu klein geworden, um eine Auflage aus dem Jahr 1463 zu erfüllen, nach der an jedem dritten Sonntag die gesamte Kirchengemeinde Gottesdienst in Forchheim haben sollte. Deshalb erhielt der Mörscher Pfarrer einen Kaplan für Forchheim.

Aber schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Kirche auch für die Forchheimer Gemeinde zu klein geworden. Mit dem Großherzoglichen Oberamtmann Ruth wurde festgelegt, dass ein Neubau dringend erforderlich sei. Nachdem die finanzielle Seite geklärt war, wurde der Großherzogliche Bezirksbaumeister Johannes Weinbrenner beauftragt, einen Plan für die neue Kirche zu erstellen. Zwar waren zu Jahresbeginn 1856 alle wesentliche Fragen geklärt, aber der Auftrag für den Kirchenneubau wurde erst im Dezember 1856 an Maurermeister Simon Pfeifer aus Mühlburg vergeben. Weinbrenner hatte verfügt, dass Steine und Baumaterialien des alten Kirchleins in die Fundamente der neuen Kirche eingemauert wurden.


1857 ist Baubeginn für die neue Kirche, bereits am 17. September 1857 werden die nach Weinbrenners Vorgaben geschaffenen Haupt- und Nebenaltäre sowie die Kanzel geliefert.

Forchheim war zur Zeit der Franken ein wichtiger Ort im Ufgau und die Kirche wurde - wie in Ettlingen - dem Frankenheiligen Martinus (317-397) gewidmet. Wann die Pfarrei tatsächlich gegründet wurde, ist urkundlich nicht nachgewiesen, sie war aber die "ecclesia matrix" (Mutterkirche) der oberen Hardt. Da Forchheim durch Überschwemmungen gefährdet war, wurde der Sitz des Forchheimer Pfarrers nach Daxlanden verlegt. Nachdem Daxlanden das gleiche Schicksal ereilte, kam Forchheim als Filiale nach Mörsch. Das Vermächtnis von Crescentia Faber, ihr Vermögen für die Gründung einer Pfarrei zu stiften, war Grundstock für den Kauf des Grundstücks beim "Adler" und den Bau des Pfarrhauses, das 1900 bezogen wird. Am 1. November 1907 schließlich wird per Verordnung des Erzbischöflichen Ordinariats die Errichtung der Pfarrei Forchheim verkündet. Am 23. Februar 1908 ist Investitur von Eduard Stuber, erster Pfarrer von St. Martin Forchheim.